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Kaffeehausliteratur

Kaffeehaus-Literatur

Zitate zum Kaffee

„Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken. Und wenn man keinen haben kann, so soll man versuchen, so heiter und gelassen zu sein, als hätte man guten Kaffee getrunken.“
(Jonathan Swift)

„Der Kaffee muss heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe.“
(Talleyrand)

„Ei wie schmeckt der Coffee süße, lieblicher als tausend Küsse, milder als Muscatenwein.“
(Johann Sebastian Bach)

„Der Kaffee kommt in den Magen, und alles gerät in Bewegung; die Ideen rücken an wie Bataillone der Grand Armeé auf einem Schlachtfeld.“
(Honoré de Balzac)

„Kaffee die Politiker weise macht, damit sie können erkennen, was sonst verhüllt das Dunkel der Nacht.“
(Alexander Pope)

„Caffee schlägt alle Dünste nieder, Caffee verscheucht der Seuchen Schwarm, Caffee belebt die matten Glieder und unterdrückt den inneren Harm. Sogar die unverschämten Flöh verjagt den Jungfern der Caffee!“
(ein anonymer Kaffee-Enthusiast, 1757)

"Wenn ich nicht zu Hause bin, bin ich im Hawelka. Wenn ich nicht im Hawelka bin, dann bin ich auf dem Weg ins Hawelka." (Alfred Schmeller)

Die Wiener Kaffeehauskultur - Wiege der Literatur

Wien wird oft als die Mutter der Kaffeehäuser bezeichnet. Hier ist ein Ort entstanden, an dem sich die Wiener in einer attraktiven und gemütlichen Umgebung zum Kaffee treffen konnten. Es war der Ort, an dem der Wiener seine Freunde oder Gleichgesinnte traf oder auch Geschäfte abwickelte.

1684 wurde in Wien das erste Kaffeehaus von einem gewissen Georg Franz Kolschitzky eröffnet. Zu dieser Zeit wurde Wien von den Türken belagert. Kolschitzky sprach gut türkisch und wurde daher als Kundschafter für das österreichische Heer eingesetzt. Als Belohnung erhielt er, nachdem die türkischen Truppen besiegt waren, eine große Menge Säcke voller Kaffeebohnen, die die Türken zurück gelassen haben. Kolschitzky braute aus der Beute Kaffee und bot ihn zunächst auf der Strasse an. Kurze Zeit später erhielt er die Erlaubnis, einen kleinen Laden zu eröffnen. „Zur blauen Flasche“ war der Name seines ersten Lokals und es wurde zum ersten Wiener Kaffeehaus.

Besonders um die Jahrhundertwende war das Kaffeehaus sehr bedeutend für Kunst und Literatur. Zahlreiche Künstler trafen sich hauptsächlich im Kaffeehaus und hielten sich kaum in ihren engen, kalten Wohnungen auf. Sogar die Briefträger brachten die Post ins Café anstelle sich zu den Wohnungen der Literaten zu begeben.

Der erste Treffpunkt für die Künstler war das Café Griensteidl (1848). Fünfzig Jahre lang wurde dort Geschichte und Kulturgeschichte gemacht. Es wurden literarische und politische (meist antimonarchistische) Ideen diskutiert. Zu den frühen Gästen gehörten unter anderem Anzengruber, Grillparzer, Schnitzler oder Hugo von Hofmannsthal. Als das Café Griensteidl zerstört wurde, wurde das Café Central zum Treffpunkt nicht nur der Literaten. Alfred Polgar schrieb über besagtes Café: „Das Wiener Café Central ist nämlich kein Kaffeehaus, wie andere Kaffeehäuser, sondern eine Weltanschauung, und zwar eine, deren erster Inhalt es ist, die Welt nicht anzuschauen.“
Stellvertretend für viele Wiener Kaffeehausgänger sagte Egon Erwin Kisch; „Das Kaffeehaus erspart uns sozusagen die Wohnung.“

Hermann Bahr, Arthur Schnitzler, Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal sind nur einige ihrer Vertreter. Neben Friedrich Torberg, Jörg Mauthe, Alexander Lernet-Holenia, Hans Weigel, Heimito von Doderer, Kurt Moldovan waren auch H.C. Artmann, Elias Canetti, Karl Kraus, Anton Kuh und Helmut Qualtinger oft gesehene Gäste in dem Wiener Kaffeehaus.